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Geothermie im Allgäu

Die Bauarbeiten für diese Tiefenbohrung wurden im Spätherbst 2007 begonnen.

Zeitschiene

Im Frühjahr 2008 begannen dann die Bohrarbeiten.
Nach einigen technischen Schwierigkeiten (z.B. Bruch des Bohrgestänges in 1500 m Tiefe) wurde die erste Bohrung bis in eine Tiefe von ca 4000 m voran getrieben.
Angeblich wurde dort auch eine wasserführende Schicht mit Temperaturen über 120 Grad angetroffen.
Jetzt müssen Pumpversuche zeigen ob die Mengen ausreichend für ein Geothermiekraftwerk sind.
Ende 2008 wurde der Bohrturm aus mir nicht bekannten Gründen vollständig abgebaut. Meine persönliche Befürchtung war ein Zusammenhang mit der Finanzkrise und daher fehlenden Mitteln zur Weiterführung des Projektes.
Jetzt, im Januar 2009, steht der Bohrturm wieder. Ich wünsche der Fa. Exorka eine erfolgreiche Fortführung des Projektes.

Technik

Die Bohrarbeiten sind eine technische Meisterleistung. Es sind 3 Bohrungen bis in eine Tiefe von ca. 4500 m vorgesehen. Der Bohrlochdurchmesser misst im oberen Bereich ca. 70 cm. Der Durchmesser der Bohrung nimmt mit zunehmender Tiefe stufenweise ab. Am tiefsten Punkt der Bohrungen hat das Bohrloch noch ca. 25 cm Durchmesser. Das Bohrgestänge hat in voller Länge ein Gewicht von ca. 300 Tonnen. Es sind enorme Kräfte notwendig um so einen Bohrer zu bewegen. Das Gestänge wird aus lauter einzelnen Pipe`s mit je ca. 12,50m Länge zusammengesetzt. Dabei wird jedes Rohr mit dem nächsten mit einem Drehmoment von über 30000nm verschraubt.
Zum Vergleich: Meine Autofelgen schraube ich mit ca. 100 nm an der Radnabe fest.
Im Bohrloch muß ständig eine spezielle Emulsion unter hohem Druck anstehen, sonst würde das Bohrloch nicht standfest bleiben. Diese Emulsion wird im Inneren des Bohrgestänges nach unten gepumpt und muß das ausgebohrte Gestein zwischen Bohrgestänge und Bohrloch nach oben transportieren. Hier wird die Emulsion in Absetzbecken gereinigt und der Kreislauf beginnt von vorne.
Das Bohrgestänge hat einen Durchmesser von ca. 15 cm und sieht sehr massiv aus. Wenn man jedoch die Länge des Bohrers mit einbezieht, ist es fast unvorstellbar dass er diesen Belastungen standhält. Ein Strohhalm von 3mm Dicke wäre bei gleichem Größenverhältnis 80 m lang.

Kosten

Allein der Bohrkopf am unteren Ende des Bohrgestänges kostet um die 50000,- € und muß je nach Untergrund mehr oder weniger oft ersetzt werden.
Der Bohrplatz verursacht pro Tag Kosten von ca. 35000,- Euro. Die Kosten für das Gesamtprojekt (Planung, Bohrungen und Kraftwerk) werden in etwa 40 Millionen Euro betragen.

Zweck

Falls die Bohrungen erfolgreich sind und das gefundene Tiefenwasser die entsprechende Menge und notwendige Temperatur hat, wird hier ein Geothermiekraftwerk zur Stromerzeugung und Wärmenutzung errichtet. Die Stromerzeugung ist in einer Größenordnung von ca. 5Mwh geplant.
Diese Kraftwerksart ist absolut umweltfreundlich und die Energie steht im Gegensatz zu Wind und Sonne dauerhaft zur Verfügung.

Kalina-cycle

Mit Hilfe des Kalina Verfahrens lässt sich auch aus Wassertemperaturen unter dem Siedepunkt Energie bzw. Strom erzeugen. Beim herkömmlichen Verfahren wird Wasser zur Verdampfung gebracht und damit eine Turbine betrieben. Hier wird ein Medium in einem geschlossenen Kreislauf verwendet das aus Ammoniak und Wasser besteht und eine wesentlich niedrigere Verdampfungstemperatur hat.


3 links mit Videos zum Geothermieprojekt: -Bericht TV Allgäu 08_2007- -Bericht TV Allgäu 12_2007- -Exorka Video über den Bohrplatz-


Übrigens

Der Bohrturm hier ist wahrscheinlich der weltweit einzige Tiefenbohrturm der von Besuchergruppen besichtigt werden darf.

Die Informationen und Bilder habe ich teilweise dem leider nur englischsprachigen Internetauftritt der Fa. Exorka international limited entnommen. Die sonstigen Infos habe ich bei einem Besuch auf dem Bohrplatz im Sommer 2008 gesammelt. Bitte nageln sie mich nicht an genauen Mengen- und Grössenangaben fest, da mittlerweile ein halbes Jahr vergangen ist und ich mich nach dieser Zeit nicht mehr hundertprozentig auf mein Gedächtnis verlassen kann. Ich lasse mich aber gerne berichtigen, falls jemand genauere Informationen hat.